Segment Builder – Container

Wer schon mit SiteCatalyst 15 arbeitet, kennt sicher den „Segment Definition Builder“, mit dem man Segmente bauen kann. Die Segmente können wie eine Art Filter oder halbtransparente Glasscheibe über Reports gelegt werden und man sieht dann nur noch den Teil der Daten, der den Filter passiert hat.

Auch wer SiteCatalyst 14 benutzt, mag dem Segment Builder schon begegnet sein: Man kann für Data Warehouse oder ASI Slots Segmente definieren, die ganz ähnlich wie in SiteCatalyst 15 dazu dienen, einen Teil der Daten herauszupicken und mit dem Rest zu vergleichen.

Ob 14 oder 15 (oder eine andere Lösung), Segmentierung ist was Webanalyse spannend macht. Wer segmentiert kann gezielt bestimmten Benutzergruppen „auf die Finger gucken“. Man kann es gar nicht oft genug sagen: Segmentieren! Segmentieren! Segmentieren! Wer nicht segmentiert, ist eigentlich kein Webanalyseninja (wie Avinash Kaushik das gerne nennt).

Funktionsweise

Der Segment Builder ist recht flexibel. Man kann mit ihm erstaunlich komplexe Segmente bauen. Das ist natürlich ein Feature, wie alle Vorteile gibt es aber auch die Schattenseite: Aufgrund der Komplexität sehen viele Benutzer eine hohe Einstiegshürde vor sich. Wo der Ninja Daten wie mit dem Ninjatō seziert wundert sich mancher Einsteiger, wo er nur anfangen soll.

In diesem Beitrag möchten wir daher erklären, wie die Segmente funktionieren.

[Screenshot]

Segment Builder Interface

Das Interface des Segment Builders hat 3 wichtige Bereiche:

  • Canvas – Hier baut man das Segment mithilfe von Containern und Rules.
  • Container – Container bestimmen, in welchem Kontext die Rules greifen.
  • Rules – Mit den Rules gibt man an, welche Hits zum Segment gehören sollen und welche nicht.

Beispiel

Ein Beispiel sagt mehr als tausend Worte.

Wir möchten in den Daten unserer Shopwebsite ein wenig segmentieren und zwar nach dem Kriterium „es hat ein Kauf stattgefunden“. Die Rule dafür ist schnell definiert, zwei Möglichkeiten fallen mir spontan ein:

  1. Da aus Sicht der Webanalyse ein Kauf auf der „Vielen Dank“ Seite stattfindet, könnte ich einfach die Regel „Page equals ‚Confirmation'“ definieren.
  2. Alternativ kann ich aus der Liste der Success Events links unten den Event „purchase“ in meinen Container ziehen.

„In den Container ziehen“? In welchen Container?

Holen wir etwas aus.

Der Segment Builder kennt drei verschiedene Container. Gemeinsam ist ihnen, daß man Rules in einem Container definieren kann. Damit legt man fest, auf welchen Daten die Regel wirken soll. Zurück zu unserem Beispiel:

Page Container

Die Regel wird auf jeden Hit individuell angewendet.

Für unser Beispiel würde das bedeuten, daß wir nur Hits auf die ‚Confirmation‘ Seite im Segment sehen würden. Nicht besonders nützlich.

Für andere Regeln ist der „Page“ Container aber durchaus sinnvoll, z.B. für „Language (traffic 2) equals ‚de'“. Das würde Traffic aller deutschsprachigen Seiten durchlassen.

Visit Container

Die Regel wird auf alle Hits angewendet und sobald eine paßt, werden alle Hits des zugehörigen Visits durchgelassen.

In unserem Beispiel hätten wir im Segment also Daten aller Visits, in denen etwas gekauft wurde. Das klingt ja schon ganz sinnvoll.

Visitor Container

Wie beim Visit Container wird die Regel auf alle Hits angewendet, es werden aber alle Hits des Visitors durchgelassen, also auch die von späteren oder früheren Visits, in denen der Besucher nichts gekauft hatte.

So ein Segment hilft, wenn man (sinnvollerweise) annimmt, daß Benutzer nicht nur einmal kommen, kaufen und dann nie wieder gesehen werden.

Wir entscheiden uns für den Visit Container und ziehen ihn von oben links (wo die 3 Container immer zu sehen sind) nach rechts auf den Canvas. Dann definieren wir die Regel, und zwar entweder indem wir den „Visit“ Link im gerade platzierten Container klicken und dann im neuen Fenster Regeln definieren („Add“ nicht vergessen!), oder indem wir von links unten einen der Events direkt in den Container ziehen.

Dann geben wir dem Segment einen Namen und speichern es. Voilà, das Segment kann jetzt benutzt werden.

Notizen

Weil wir oft danach gefragt werden, und weil es nicht auf Anhieb klar sein dürfte:

  1. Vom Pages über den Visits zum Visitors Container enthält das Segment mehr Daten!
  2. Der gewählte Container hat keinen Einfluß darauf, welche Metriken man hinterher benutzen kann!

Die Faustregel lautet: „Alle Daten der XYZ, auf die die Regel zutrifft“.

Je nach Container wäre das dann „Alle Daten der Pages, auf die die Regel zutrifft“, „Alle Daten der Visits, auf die die Regel zutrifft“ oder eben „Alle Daten der Visitors, auf die die Regel zutrifft“.

Über

German expat living in Switzerland (formerly UK and France). Consultant and member of the Multi-Solutions Group at Adobe, working with the Digital Marketing Suite. Father of 4 girls.

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Veröffentlicht in Grundlagen
6 comments on “Segment Builder – Container
  1. […] Vielleicht wäre es sinnvoll, sich die Verteilung der Browser anzusehen, am besten mit einem Segment mit Page View Container und nur der fraglichen Seite. Wieder Vormonat mit aktuellem vergleichen. […]

  2. […] wir mit Analytics an: Ein Segment wird hier definiert, indem man einen Container mit Regeln bestückt. Je nach Container erhält man dann mehr oder weniger viele […]

  3. […] sicher nicht. Aber so ein paar Segmente wären sicher eine gute […]

  4. […] Wir erinnern uns: Es gibt die Möglichkeit, auf Ebene von einer Seite, einem Visit oder für alle Visits eines Visitors zu segmentieren. […]

  5. […] sich noch jemand an die “Container” bei der Definition der Segmente? Hier ist ein “Visitor” Container angebracht. […]

  6. […] prüft jeden Hit auf die Bedingung. Ja, jeden. Sobald ein Hit die Bedingung erfüllt, wird je nach Container der Hit selbst, alle Hits des Visits des Hits oder alle Hits des Visitors des Hits […]

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