Nochmal eVars und Events

Success Events und eVars benutzt man gemeinsam. Die Werte in einer eVar werden im Report aufgelistet und die Success Events kann man als Metriken einsetzen.

Vielleicht sollten wir das nochmal im Detail beschreiben, denn es dürfte nicht jedem auf Anhieb klar sein, wo die Verbindung zwischen beiden besteht.

Nehmen wir als Beispiel einfach mal eine Website, auf der man diverse Broschüren anfordern kann, z.B. eine Broschüre über Webanalyse, eine über Testing & Targeting und so weiter.

Die Betreiber der Site setzen einen Success Event, wenn jemand eine Broschüre bestellt. Sie tracken außerdem, um welche Broschüre es sich dabei handelt: Der Name oder die ID der Broschüre wird in eine eVar geschrieben.

Wenn ein Besucher also auf die Site kommt und die Broschüre über Webanalyse anfordert, dann sieht das Tracking so aus:

s.pageName="Broschürenbestellung Confirmation";
s.eVar17="2012 Webanalyse";
s.events="event5";

Wenn ansonsten auf der Site nichts anderes passiert, sieht der Report für die eVar in SiteCatalyst so aus:

[Screenshot]

eVars und Events

Was ist hier passiert?

Wenn in der s.events Variable ein Success Event gesendet wird, zählt SiteCatalyst erstmal einfach nur den Zähler hoch. Gleichzeitig bekommen die „aktuell belegten“ eVars einen Punkt, bzw. eigentlich der Wert, der zur Zeit in der eVar steht. In unserem Fall bekommt für eVar17 der Wert „2012 Webanalyse“ einen Punkt für den event5.

Da eVars persistent sind ist es irrelevant, ob der Event auf der gleichen Seite oder später gesendet wird. Beispiel s.campaigns: Falls ein Visitor über eine Kampagne auf die Website kommt, wird der Tracking Code in s.campaigns geschrieben. Da diese Variable persistent ist, bleibt der Tracking Code dort stehen und alle Success Events werden ihm zugeschrieben, bis die Variable expired oder ein neuer Wert hineingeschrieben wird.

Ein Success Event hat also weitreichende Auswirkungen und er kann in allen Conversion Reports benutzt werden.

Reports

Das Tracking beinhaltet zwei Variablen: Eine conversion variable (s.eVar17) und einen Success Event (event5). Das bedeutet, daß man mindestens an zwei Stellen in SiteCatalyst Reports finden kann, die mit unseren Broschüren zu tun haben:

  1. findet man unter Site Metrics > Custom Events > Custom Events 1 – 20 > Broschüre angefordert einen Trendreport, der anzeigt wie sich der Event über die Zeit entwickelt hat, wieviele Broschüren also angefordert wurden.
  2. gibt es unter Custom Conversion > Custom Conversion 11 – 20 > Broschüre den Report für die eVar. Dieser listet alle Werte auf, die in s.eVar17 gesammelt wurden. Die Metrik(en) kann man sich hier aussuchen.

Achtung: Es ist gut möglich und sogar wahrscheinlich, daß Custom Conversion > Custom Conversion 11 – 20 > Broschüre keine Daten zurückliefert. Das bedeutet nicht unbedingt, daß keine Daten da sind. Oft passen einfach die Metriken nicht. Umsatz z.B. wird in unserem Beispiel oben gar nicht getrackt, ist aber Standardmetrik für alle Conversion Reports!

Hm. Und wie ändert man die Standardmetrik(en)?

  • SiteCatalyst 14 – In der Admin Console kann man für jede Report Suite die 3 bevorzugten Metriken festlegen. Einfach Report Suite auswählen und dann Edit Settings > Individual Report Suite Settings > Default Metrics ansteuern und drei Metriken in den Dropdowns auswählen. Die werden dann in allen  Conversion Reports angezeigt. In unserem Beispiel sollte man sinnvollerweise event5 „Broschüre angefordert“ an die erste Stelle setzen.
  • SiteCatalyst 15 – Man kann für jeden Report individuell die Standardmetriken festlegen, also z.B. für Custom Conversion > Custom Conversion 11 – 20 >  Broschüre den event5 „Broschüre angefordert“.

Wenn man einen Report einmal aufgerufen hat kann man selbstverständlich auch die Metriken ändern.

Wenn man sich nicht sicher ist, ob ein Conversion Report die gewünschten Daten sammelt, benutzt man am besten die „Instances“ Metrik, die zählt nämlich einfach, wie oft ein Wert in die eVar geschrieben wurde.

None

Was passiert denn, wenn eine eVar keinen Wert hat, wenn der Event gesendet wird?

Dann sieht man hinterher im Report für diese eVar eine Zeile mit dem Wert „None“, wenn man den Event als metrik auswählt.

Das passiert im Tracking Code Report regelmäßig weil viele Visits ohne Tracking Code starten, z.B. dank Google oder weil Benutzer einfach die URL eingetippt haben.

Und jetzt wissen wir auch, warum es nicht immer eine „None“ Zeile gibt: das hängt davon ab welchen Event ich mir ansehe. Im Fall des Broschürendownloads wird es im Broschüre Report für die Metrik „Broschüre angefordert“ kein „None“ geben, da s.eVar17 ja immer gesetzt wird, wenn ein Download startet.

Auch wenn man nur die „Instances“ Metrik in einem Report benutzt kann es keine „None“ Zeile geben.

Expire und Allocation

Eine eVar kann mehrfach beschrieben werden. Lädt ein Besucher erst die Broschüre zur Webanalyse und dann die über Testing & Targeting, wurde s.eVar17 zweimal ein Wert zugewiesen. Angenommen der Benutzer registriert sich am Ende für unseren Newsletter und wir senden in solchen Fällen event6 – welchem Wert wird denn event6 dann zugeordnet?

Das hängt davon ab, wie Expiry und Allocation für s.eVar17 eingestellt sind.

  • Expiry – die eVar behält ihren Wert so lange bis ein neuer Wert geschrieben oder die Lebenszeit erreicht wird. Letztere stellt man bekanntlich in der Admin Console ein. Steht s.eVar17 auf „Visit“, werden alle Success Events die vor Ablauf des Visits gesendet werden auf den Wert der eVar angerechnet. Alternativ könnte man die eVar nach event5 expiren lassen oder auch z.B. nach einem Monat.
  • Allocation – definiert, was genau beim Überschreiben passieren soll. Dabei wird zwischen „Original Value (First)“, „Most Recent (Last)“ und „Linear“ unterschieden.
    • Original Value (First) bedeutet, daß der Sucess Event immer auf den Wert angerechnet wird, der zuerst in die eVar geschrieben wurde. Überschreiben findet also nicht statt. Irgendwann expired die eVar und kann dann einen neuen Wert aufnehmen.
    • Most Recent (Last) heißt, daß der Success Event immer dem zuletzt in die eVar geschriebenen Wert zugerechnet wird, man überschreibt also und der letzte gewinnt.
    • Linear ist, wenn der Success Event zu gleichen Teilen auf alle Werte verteilt wird. Wer „Pages“ in Subrelations benutzt wird schonmal gesehen haben, daß vermeintlich Success Events auf Seiten gesendet werden, auf denen sie nichts zu suchen haben. Das liegt aber nur daran, daß „Pages“ in diesem Fall linear alloziert.

Wenn also s.eVar17 nach dem Visit expired und auf „Most Recent (Last)“ eingestellt ist, dann würde event6 auf „2012 testing & Targeting“ angerechnet.

Über

German expat living in Switzerland (formerly UK and France). Consultant and member of the Multi-Solutions Group at Adobe, working with the Digital Marketing Suite. Father of 4 girls.

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Veröffentlicht in Grundlagen
5 comments on “Nochmal eVars und Events
  1. […] eVar als “Original Value (First)” zu konfigurieren. Man stellt die eVar dann noch auf Expiration “Never”, und schon hat jeder Visitor immer das Datum seiner ersten Aktion (in meinem […]

  2. […] Genesis ist weitgehend Plug’n'Play, soweit die Daten des Partners das zulassen. Man sucht den Partner aus der Liste heraus, zieht das Puzzleteil mit dem Namen auf das große Puzzle rechts und weist dann den zu importierenden Daten Variable in SiteCatalyst zu, meist eVars und events. […]

  3. […] Ich glaube ich habe schon zu lange nicht mehr über eVars geschrieben. […]

  4. […] sinnvoll sind eVars und events nur zusammen. Ein event ohne eVar ergibt nur einen trended report, und der liefert nicht genügend […]

  5. […] der Event Serialization geht es darum, dass man Success Events manchmal nicht bei jedem Auftreten einer Aktion senden möchte, sondern zum Beispiel nur einmal pro […]

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