Menü Anpassen

Vor etwas über einem Jahr hatte ich schon einmal ein paar Tips zum Webinterface aufgeschrieben, angelehnt an SiteCatalyst Interface Time-Savers von Adam Greco (aus dem Jahr 2008!).

Heute will ich zwei Elemente herauspicken und weiterspinnen. Getreu dem Motto „viel hilft viel“ will ich dabei so weit gehen wie möglich. Wer meint, das sei extremistisch, dem möchte ich zu bedenken geben, daß der Tip aus dem heutigen Artikel mit erstaunlich wenig Aufwand das Potential hat, die Akzeptanz von Webanalyse im Unternehmen komplett zu revolutionieren.

So. Worum geht’s also? Um das Menü und was man damit machen kann.

Custom Reports

Zunächst aber ein kleiner Ausflug in die Welt der Custom Reports.

Wer jemals einen Report in SiteCatalyst Reports & Analytics angesehen hat weiß, daß man recht viel anpassen kann.

Metriken können hinzugefügt oder ausgetauscht werden. Man kann in ein oder mehrere Elemente runterbrechen. Man kann den Zeitraum verändern oder die Auflösung (pro Tag, pro Monat, …). Man kann sich statt des Reports einen abstrahierten Report ansehen (siehe SAINT Classifications). Man kann Segmente und Filter benutzen. Da geht einiges.

Natürlich ist es zeitaufwändig, jedesmal diese ganzen Änderungen zu machen, deswegen würde man die gerne speichern und dann im direkten Zugriff haben.

Dafür gibt es drei Möglichkeiten:

[Screenshot]

Direktzugriff auf Report einrichten

  1. Bookmarks
  2. Link to this Report
  3. Create Custom Report

Bookmarks sind für individuelle Benutzer gut, die sich mit Analytics auskennen. Links sind praktisch, wenn man jemand anderem mal schnell einen Report zeigen will. Custom Reports sind wie Bookmarks, aber wenn man einen erzeugt, wird ein neuer Menüeintrag erzeugt, der für alle sichtbar ist.

Das ist wichtig, dazu kommen wir gleich.

(Nebenbei: Wenn ein Mitarbeiter geht und man den Account löscht, dann verschwinden Bookmarks dieses Benutzers mit. Custom Reports bleiben.)

Menü anpassen

In der Admin Console in Reports & Analytics kann man eine (oder mehrere) Report Suite(s) markieren und dann unter Edit Settings > General > Customize Menus den Menüeditor ansteuern.

(Moment… sieht jetzt alles ganz anders aus als im Februar 2013, also mal schnell neue Screenshots machen…)

[Screenshot]

Menüeditor in der Admin Console finden

Der Editor selber sieht dann so aus:

[Screenshot]

Der Menüeditor

Bevor wir das Menü perfekt (oder fast perfekt) anpassen sollten wir kurz noch zwei Knöpfe zeigen. Trapez ohne Netz ist ja nicht jedermanns Sache…

[Screenshot]

Die 2 Restore Buttons

Die zwei Knöpfe setzen das Menü zurück auf den (alten oder neuen) Standard.

[Screenshot]

Original (links) und Simplified (rechts) Menü

Wo wir jetzt also eine Möglichkeit haben, Fehlversuche schnell wieder verschwinden zu lassen, wagen wir uns an die eigentliche Aufgabe: Das Menü so anzupassen, daß alle interessierten Mitarbeiter in Zukunft schnell und einfach an Daten kommen.

Wirklich anpassen!

Schritt 1 — Das bestehende Menü „sichern“.

Dazu erzeugen wir zuerst einen neuen Toplevel Menüeintrag namens „Advanced“ oder „Original“.

[Screenshot]

Neuen Folder Anlegen

(Bevor der „New Folder“ Knopf funktioniert, muß man einen bestehenden Menüeintrag anklicken.)

[Screenshot]

Neuen Folder benennen

Schritt 2 — Dann schieben wir alle Menüs außer „Custom Reports“ einen Level runter, also einfach mit der Maus auf „Advanced“. Als Ergebnis hat man dann nur noch zwei Menüpunkte.

[Screenshot]

Das verschobene Originalmenü

Das ist nicht sonderlich hilfreich, aber es ist trotzdem ein guter erster Schritt. Warum? Weil jetzt meine Benutzer laut schreiend zu mir kommen, weil sie ihre Reports nicht mehr finden! Und das ist eine Chance!

Schritt 3 — Denn nun setze ich mich mit den Benutzern hin und frage sie, was genau sie denn sehen wollen. Diesen Report steuere ich an. Dann frage ich, ob die Metriken stimmen, ob ein Filter gewünscht ist, welche Date Range, welcher Typ Grafik und so weiter.

Dies sind alles Einstellungen, die a) den Bericht für den Benutzer besser lesbar machen und b) viele Benutzer nie wahrgenommen haben.

Am Ende habe ich eine glücklichen Benutzer und einen Report, der wirklich gut zu ihm paßt. Den speichere ich dann nicht als Bookmark sondern als Custom Report. Warum?

Wie gesagt: Im Gegensatz zu einem Bookmark, der persönlich ist, erzeugt das Anlegen eines Custom Report ein neues Element im Menü, und zwar unter Custom Reports. Logisch.

[Screenshot]

Custom Reports

Und jetzt kommt der Clou!

Diesen Menüeintrag, der ja auf einen für den Benutzer ziemlich gut angepaßten Report zeigt, kann ich jetzt im Menü aufnehmen!

Auf diese Weise kann ich nach und nach für alle Benutzer Custom Reports anlegen und damit eine neue Menüstruktur bauen, die für meine Benutzer perfekt paßt.

Manche dieser Reports werden für eine Gruppe sein (z.B. für Merchandiser). Diese Reports füge ich sinnvollerweise unterhalb eines Toplevel Menüs namens „Merchandiser“ ein.

[Screenshot]

Menü mit Report für Merchandiser

Andere Reports sind vielleicht für eine bestimmte Rolle oder sogar ein Individuum. Auch kein Problem, dann gibt es halt einen Report namens „Conors Weekly Report“ in einem Manü namens „Conor“, kann man ja machen.

Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn dieser Report intern in der Firma eben als „Conors Weekly Report“ bekannt ist. So findet ihn nämlich dann wirklich jeder!

Was soll das? / Notizen

Warum macht man den Aufwand?

Ziel ist die Benutzung von Daten so einfach zu machen, daß wirklich alle Interessenten eine Chance haben, an ihre Daten zu gelangen, und zwar so schnell und einfach wie möglich.

Als Webanalyst mag man wissen, was Dimensionen und Metriken sind, oder daß eine eVar kein event ist und eine prop schon gar nicht. Ein normaler Benutzer jedoch weiß das nicht, und ich würde behaupten die sollten das auch nicht wissen, oder zumindest nicht wissen müssen.

Bookmarks und Dashboards sind eine Alternative, aber ich denke nur für Nutzer, die sich mit der Thematik auskennen. Für die Gelegenheitsnutzer sind sie nicht ideal, aber genau an die wollen wir uns wenden!

Nächste Frage: Sollte man nicht erst Custom Reports anlegen und dann das Originalmenü eine Ebene runterschieben?

Das ist Geschmackssache. Ich persönlich glaube nicht, daß man die Custom Reports wirklich gut planen kann. Wenn man seine Benutzer fragt, werden sich in erster Linie (oder nur) solche melden, die eh schon wissen wovon sie reden. Der typische Gelegenheitsnutzer wird denken, er könne auf diesem Level nichts beisteuern und die Klappe halten.

Wenn ich aber erst verschiebe, sind die Gelegenheitsnutzer eher geneigt, sich bei mir zu melden (und sei es um sich zu beschweren!), und den Moment nutze ich dann, um ihnen den richtigen Report zu zaubern.

Wie gesagt: Viele von denen wissen gar nicht, was man alles anpassen kann. Custom Reports sind hier wirklich eine große Hilfe!

Ein Ding will ich nicht verschweigen (Pläne sind toll, Realität ist anders): Ein größerer Telekomkunde im UK hat genau das kurz vor dem Summit getan. Zur Überraschung aller Beteiligten kam genau 0 Feedback. Null. Nichts.

Ich will gar nicht darüber nachdenken, was das bedeuten mag! Das Team dort arbeitet jetzt mit Hochdruck daran und kontaktiert seinerseits potentielle Benutzer.

Ich bezweifle, daß Planung vor dem Verschieben geholfen hätte und halte das Vorgehen daher trotzdem für eine gute Idee.

Meinungen?

Über

German expat living in Switzerland (formerly UK and France). Consultant and member of the Multi-Solutions Group at Adobe, working with the Digital Marketing Suite. Father of 4 girls.

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Veröffentlicht in Nächste Schritte, Tips & Tricks
2 comments on “Menü Anpassen
  1. […] hier weiss, wie sehr ich auf “keep it simple” herumreite. Analytics hat nach all den Jahren immer noch das grundlegende Problem, dass […]

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