Gehirnfitness mit Segmenten

Habe schon lange nichts mehr über Segmente geschrieben, dünkt mich. Das darf nicht sein!

Also…

Simple Aufgabenstellung: Ich möchte gerne Daten aller Visits, in denen nicht gekauft wurde.

Der naive Ansatz: Ein Segment auf Visit-Ebene anlegen mit der Bedingung „Order does not exist“.

Leider ist das falsch.

Zur Erinnerung: Die Segmentengine in Analytics prüft jeden Hit auf die Bedingung. Ja, jeden. Sobald ein Hit die Bedingung erfüllt, wird je nach Container der Hit selbst, alle Hits des Visits des Hits oder alle Hits des Visitors des Hits durchgelassen.

Unser naives Segment lässt also vermutlich alles durch, da es in vermutlich jedem Visit mindestens mal eine Seite oder eine Aktion (Custom Link Tracking) gibt, bei der nicht der „purchase“ Event rausgeht.

Mal sehen:

[Screenshot]

Segment, erster Versuch

Hrmpf.

Exclude

Es gibt eine Lösung (sonst schrübe ich diesen Artikel nicht, oder?), und sie heisst „exclude“. Man kann Segmente bauen, bei denen Erfüllung der Bedingung zum Ausschluss der Daten führt!

Unsere Fragestellung lässt sich mit einem Segment mit „exclude“ wie folgt lösen:

Wir ändern die Bedingung auf „Order exists“ (also „purchase“ Event ist im Hit), erfassen also alle Daten der Visits, in denen etwas gekauft wurde.

Dann stellen wir auf „exclude“ um:

[Screenshot]

Umstellen auf „exclude“

Da das Segment jetzt „exclude“ ist, fliegen genau alle Daten aller Visits in denen etwas gekauft wurde raus.

[Screenshot]

Segment, zweiter Versuch – diesmal korrekt

Bingo.

Notizen

Man kann ja bekanntlich Segmente kombinieren und schachteln. Mit „exclude“ lassen sich damit bemerkenswert komplexe Segmente bauen.

(Pro Tip: „pair programming“ ist golden, insbesondere bei komplexen Dingen wie Segmenten.)

Ein nützliches Segment im Retail: Daten aller Visits, in denen Käufer nicht gekauft haben.

Damit kann ich untersuchen, ob Käufer sich beim Stöbern anders verhalten als Visitors, die niemals gekauft haben.

Auch in der Finanzbranche ist das interessant, hier vermutlich basierend auf Formularen. Beispiel: Gibt es Unterschiede zwischen solchen, die schon einmal ein Formular abgesendet haben und denen, die noch nie eins gesendet haben? Spezifisch in Situationen, wo sie jeweils ein Formular angefangen haben?

Wie gesagt: Die Möglichkeiten sind im Prinzip endlos.

Da das Jahr noch jung ist, will ich es mal dabei belassen. Nur eins noch:

Preisfrage: Kann man ein „exclude“ Segment auf Hit-Ebene auch als „normales“ Segment bauen?

Über

German expat living in Switzerland (formerly UK and France). Consultant and member of the Multi-Solutions Group at Adobe, working with the Digital Marketing Suite. Father of 4 girls.

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Veröffentlicht in Grundlagen
7 comments on “Gehirnfitness mit Segmenten
  1. Bijan sagt:

    Moin Jan,
    da hast Du ein empfindliches Thema angerissen und ein gängiges Problem gut beschrieben. Ich fordere Dich heraus, jaja😉, als Stufe 2 werfe daher mal in den Raum: Rechnen mit Segmenten und kalkulierten Metriken und wenn Du auf ein Problem triffst, frage nicht den Support, denn sie werden sagen ‚das geht nicht, weil‘ – ich sage Dir es geht und wenn das geschafft ist, dann hat man auch raus wie das mit den ganz einfachen Segmenten gemeint ist bzw. funktioniert😉 Wenn Du ein Beispiel haben möchtest, ich habe eines (und natürlich auch die Lösung). Ach ja zu Deiner Frage, was meinst Du mit einem normalen Segment(das Standard-include)?

    Grüezi!
    Bijan

  2. Till sagt:

    Es sollte doch mit „is less than 1“ funktionieren? Oder renne ich dann in die gleiche Falle?

  3. Peter sagt:

    Moin Jan,

    super Beitrag. Übrigens, eine Falle, die viele Analysten auch nicht kennen: Days since last visit im Browser und in der nativen App. Einmal eingesammelt auf der Webseite (JS Plugin), ein anderes Mal aus dem Mobile SDK – hier natürlich kein JS. Die gleiche Kennzahl, dennoch aus technischer Sicht zwei verschiedene.

    Gruß
    Peter

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